Gerechtigkeit
Die ausgleichende Gerechtigkeit. Ein so ebenso klischeebehafteter wie heiss herbeigesehnter Wunsch. Im Normalfalle nie eintretender Zustand. Eigentlich nie realitätwerdender Rauschzustand. Es gibt ihn.Vorigen Sonntag. Unter Zeugen und Zeuginnen erfahren. Womit wir beim Fahren schon mitten in der Trance sind.
Ein Daimler. Nichts Schrottiges mit so einem Lederjackenträger, nein, geschätztes Baujahr 2006 und später, dick und breit im Rückspiegel und Kofferraum. Gesetztes Alter sowohl am Steuerrad als auch vor dem Handschuhfach. Der wahrscheinliche Halter des Kfz ist mit unserer Sightseeing-Fahrweise nicht einverstanden und überholt. Wohlgemerkt, wir sind in den Bergen. Kein Blick, der kilometerweit ungehindert in die Ferne schweifen kann.
Während sich der Blick an die entschwindenden Doppelauspuffe gewöhnt hat, entspinnt sich das übliche Gespräch in der Richtung "Der Sack!" und "Den müssten die mal rankriegen." Vorhersehbare Reaktionen allerorten.
Einige Minuten später. Wir biegen in ein Dorf ein. Schlecht auszusprechen, daher selbstverständlich nicht mehr erinnerbar. Es war aber schön fachwerkig.
Die (einzige?) Hauptstraße macht eine Biegung. Huch, Polizei. Aber nicht wegen uns. Im Vorbeifahren nimmt man 3 Fahrzeuge war. Und wer steht als letztes in der Schlange? SI-LB XXX? Vergewissernde Blicke zwischen Fahrer und Beifahrerin. Das folgende Nicken setzt eine große Konzentration von Glückshormonen frei. Ja, das ist gut. Fast so gut wie Sex. Aber das natürlich nur wegen der Hormone..
Kommentare (5) 30.03.2007. 20:52
Man wird älter
Das ist an sich nichts Bemerkenswertes. Schon allein aus diesem Grund, weil eben dieser Satz heute beispielsweise geschätzte 1,2 Millionen Mal irgendwo im Netz oder anderenorts abgelegt wird. Nur heute wohlgemerkt.Der Grund für meinen Beitrag dazu ist aber der, dass mich ein Geschenk erreichte, welches vor zehn Jahren allenfalls zum Ausfüllen der Freiräume in einem Päckchen genommen worden wäre oder an einem Ökostand mild-juvenil belächelt.
Nun ist es aber, ob gewollt oder nicht, 10 Jahre später und somit erhält diese Gabe einen ganz eigenen Effet. Sich nämlich einzugestehen, dass nicht nur die eigene Mutter älter wird, sondern man selbst auch und dies obendrein auch genau so von der Mutter gesehen wird. Moms gift shop proudly presents:
Ein Körnerkissen.
Mit der angetackerten Bemerkung, dass sie damit gute Erfahrungen gemacht hätte und wir (meine Liebste darf selbstverständlich auch mal) es sicherlich nach der ersten Benutzung auch so sehen werden. Nach dem Studium der vielfältigen warmen und auch kalten Anwendungsmöglichkeiten auf der Rückseite musste ich eingestehen, dass ja nun selbst die engere Beschäftigung mit den verschiedenen Einsatzszenarien ein kleiner Hinweis aufs Älterwerden ist.
Nun ja. Ich gedenke, den Premierenzeitpunkt auf das kommende Wochenende zu legen. Da ist zwar nicht der Wayne da und auch nicht der Garth, aber es ist trotzdem Party on. Es werden unter anderem kleine, nimmermüde Menschen zugegen sein, die es schaffen werden, der beschaulichen Behausung die bislang ausgestrahlte Lebensfreude zu rauben.
Aber das alles macht gar nichts. Denn ich erhole mich davon mit meinem Körnerkissen!
Kommentare (1) 30.03.2007. 11:16
Neue Kommentare:
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Gott sollte die, die uns nicht lieben, einfach umdrehen. Denen, bei denen er es nicht schafft, sollte er einen Hinkefuss geben. Darauf, dass man sie wiedererkennt.
Zitat aus "Glauben ist alles"