NORMALVERBRAUCHER

Das Leben ist so

Zeiten

Was für Zeiten. Da kann ein seiender Ministerpräsident von einem gewesenden schwurbeln, als hätte dieser während der dunklen zwölf Jahre keinem Blümelein einen Stengel geknickt. Hätte er nicht damals schon F. geheißen, so könnte ein Außenstehender denken, er hätte es mit Herrn Ohm zu tun. Wegen des Widerstandes. (Hach, nach dem Jounaillestudium jetzt bei der taz anfangen und einfach zurücklehnen.)

Da gibt es TV-Serien mit mortalem Schwerpunkt, die fast wie Musik-Halbtöne heißen. Deshalb heißt es jetzt zuhause immer: "Tatort, Musik oder CIS-DIS-FIS-GIS?" Letzteres bedeutet dann meistens eher so etwas wie Navi CIS. Oder so.

Ach ja, nebenstehender Spruch. Den vorausgegangenen Ausführungen zum Trotz lässt sich dann doch noch das eine oder andere philosophische Schätzlein bergen. Wie siehe nebenstehend.

Da wird aus den geklinkerten oder auch nicht geklinkerten Billighallen, ganz einem pawlowschen Reflex folgend, herausgeschleppt, was das Zeug und vor allem der Wagen hält. Keine Frage nach Sinn oder Unsinn, Bedarf oder Bedürfnis (den dem Deutschen nicht vollständig Mächtigen sei an dieser Stelle gesagt, dass es sehr wohl einen Bedeutungsunterschied zwischen Bedarf und Bedürfnis gibt, "dat is nich nur anners geschrieben").

Bei einsneunundneunzich ist der geringe Wissensstand der einscannenden Verkaufsfachkraft zu verschmerzen. Sind ja nur für den Friedhof, die Blumen. (Das erboste Rotieren von Opa Heinrich in seinem Grab wird ja ohnehin nicht mehr wahrgenommen. Die aus der Lästigkeit des Besuches geradezu proportional resultierende Schnelligkeit lässt keinen Platz für Sentimentalitäten.)

Das Volk der Dichter und Denker? Dann schon eher "Lasst uns froh und Monster sein".

17.04.2007. 00:09

Onomatopoetiker. on 24.04.2007. 17:29

Du wolltest mal Journalismus studieren und dann zur taz? Revoluzzer, gell?

NVB on 24.04.2007. 22:55

Naja, momentan gibt der mehr oder weniger von politischen Geigen vollgehangene Himmel für einen eher taz-orientierten Schreiberling einfach mehr her. Den Einstieg ins Quasi-Beamtentum. So quasi.

Denn wir wollen nicht verhehlen: Auch der 68er an sich kümmert sich mehr um seinen Arsch an der Wand als seine Faust in der Höhe. ;-)

Und außerdem erst mal Guten Tag.

Onomatopoetiker on 25.04.2007. 18:42

Ja, Guten Tag! Aber den CIS-Spruch haben die von Warner oder Fox oder wer den Kram produziert bestimmt von einem deutschen Philosophen geklaut.

nvb on 25.04.2007. 21:42

Mit Sicherheit. Vielleicht wächst aber auch ein neuer Kant unter den Übersetzern heran, der subtil sein Handwerk zu prägen versucht? Ich schopenhauere das einfach mal so in die Runde..

drktbs on 25.04.2010. 09:22

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gnqypt on 18.09.2010. 06:31

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